Bericht & Video: 150 Jahre Kriminalisierung – 150 Jahre §218 – weg damit!

das war für einige Frauen* in Villingen-Schwenningen mehr als Anlass genug, aktiv zu werden und ihre Wut über die Anmaßung von Richter:innen, Staatsanwälte:innen, Pfaffen und selbsternannten Lebensschützer:innen und Rechten aller Couleur, Frauen* das Recht abzusprechen über den eigenen Körper zu bestimmen, zum Ausdruck zu bringen. Sie hatten auch keine Laune, sich über Corona-Auflagen etc. sich an den kommunalen Ordnungsbehörden abzuarbeiten, deshalb machten sich Frauen* in lockeren Zweiergruppen auf den Weg, diese Gewalt gegen Frauen* und den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben, in der Stadt sichtbar zu machen.

Auch heute noch ist der § 218 Straftatbestand. Auch heute noch wird Frauen* die Fähigkeit abgesprochen, selbst über ihren Körper, ihr Leben zu bestimmen. Wer „zu spät“ oder keine Beratungsstelle (natürlich nur staatlich anerkannt) aufsucht, derjenigen droht juristisch eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Deshalb führte der Spaziergang folgerichtig auch zum Amtsgericht, wo die Frauen* mit einem Transparent, mit Wandzeitungen und ihren Forderungen Station machten. „My body – my choice“, die Aussage war klar: das ist unabdingbar, der Paragraf muss weg, Zwangsberatung oder Kriminalisierung gehören auf den Müllhaufen der Geschichte, Stigmatisierung und Tabuisierung nehmen wir nicht mehr hin. Es geht um unseren Körper, um unser Leben, um unser Recht selbst zu entscheiden.

Früher hatten Frauen mit Kleiderbügeln abgetrieben, da sie keinen andere Möglichkeit hatten, oft mit verheerenden gesundheitlichen Folgen oder gar dem Tod. Am Vorabend des 150. Jahrestags des § 218 wurden an Kleiderbügeln die Forderungen der Frauen* und Informationen auf Wandzeitungen angebracht. Der Weg führte dabei auch zu einem Kirchenvorplatz und Gemeindezentrum, wo in der Vergangenheit Veranstaltungen angeblicher Lebensschützer:innen stattgefunden hatten.

Zum Abschluss des Spaziergangs wurde das Transparent „My body – my choice – weg mit §§ 218/219“, gemeinsam auf dem Weg von der Innenstadt zum Bahnhof aufgehängt.

§218 muss weg und das war ein erster Auftakt, das anzugehen.

Unser Körper, unsere Leben, unsere Entscheidung!

Eindrücke der Aktion in der Bilderstrecke & mehr zum Inhalt in unserem Aufruf.

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